Geschichte

Damals: 

(Quelle: Verbindungschronik v. Dr. René Häfliger v/o Bamby)

Nachdem bereits 1860 die Industria im Restaurant Kreuzstutz gegründet wurde, musste sie 1 Jahr später auf Druck der Schulbehörden bereits wieder aufgelöst werden.

Im Jahre 1867 gründeten dann zumal 15 Studenten unter dem Präsidium von Theodor Felber v/o Schluch unsere Verbindung - später Industria Lucernensis genannt - ein 2. Mal. 1873 gab es eine Suspension wegen Mitgliedermangels, der die Rekonstituierung ein Jahr später folgte.

Im Jahre 1895 wurde dann der AIV (Altindustrianer-Verband) nach der sogenannten Malterser Affäre gegründet. Weil zwei Gäste der Industria - Scheissfüchse nennt sie das Protokoll - sich gegenüber einem Malterser geistlichen Herrn ungebührlich aufführten, verfügte die Schule die Suspendierung der Industria, der man ausserdem vorhielt, in der Fastenzeit einen Ausflug ohne Bewiligung und mit Schülern aus unteren Klassen durchgeführt zu haben. Die Reaktion blieb nicht aus. Fünf Aktive beschlossen feierlich den Austritt aus der Lehranstalt!
Am 1. April 1895 beantragten 3 AH unter der Leitung von Josef Räber v/o Pfiffig die Gründung eines Verbandes beim Erziehungsrat und den Rektoren. Darauf durften 3 Tage später die Aktiven die Schule wieder besuchen, ohne jedoch vorerst ein Couleur tragen zu dürfen. Gestärkt durch diese erfolgreiche Intervention schritt man am 5. Mai 1895 im Rosengarten (heute Mövenpick) zur konstituierenden Versammlung, wozu sich 30 AH einfanden. Der Statutenentwurf und ein Jahresbeitrag von 2 Fr. wurden genehmigt und der erste Vorstand des AIV unter Präsident Josef Eggermann v/o Grün wurde gebildet.

Und heute:

Mit diversen über das Jahr verteilten Anlässen, welche im Höhepunkt mit dem Festakt im November gipfelte, feierten wir im 2017 das 150 Jahr Jubiläum der Industria Lucernensis.
Seit der Gründung hat der AIV viele bewegte Jahre hinter sich und feiert 2020 das 125 Jahr Jubiläum. Damit diese Jubiläum in einem würdigen Rahmen begangen werden kann, musste der Festakt wegen Corona, auf 2021 verschoben werden.
Nachdem jahrzehntelang die Verbindung aus Aktiven der Kantonsschule Luzern bestand - der Industria Lucernensis - gründete 1958 Urfuchse Robert Fritz v/o Smoke zusammen mit 5 weiteren Mitgliedern die Sektion Industria Technikum, die heute einen wesentlichen Anteil an der Altherrenschaft stellt. Im Jahre 2008 gab es eine würdige Gründungsfeier, ein 100-Semesterfest. Man feierte den Gründungsakt im Schützenhaus auf der Allmend Luzern, sowie die Aufnahme in den AIV anlässlich der Generalversammlung. Beides an den Originalschauplätzen, wie vor 50 Jahren.

Die gute Kameradschaft und die vielseitigen Berufsschichten prägen unsere lebendige Verbindung. Nicht nur die Aktiven treffen sich regelmässig zu ihren Stämmen - nein, auch die Altherren des AIV finden sich jeden ersten Freitag im Monat zu Gedankenaustausch und Geselligkeit, sowie dem Pflegen des Tradionnellen. Langjährige Freundschaften bis ins hohe Alter sind das Ergebnis dieser Treffs.
Dass die Industria lebt bestätigen auch die Untergruppen, wie den Wacklern oder den Muraklern, die sich jeweils jährlich zu einem kulinarischen und kulturellen 4-Tagetripp zusammenfinden.

Unsere Verbindungen und der Verband ist dem Kartell Industria angeschlossen mit den weiteren Verbindungen Industria Bernensis, Technica Basiliensis ATV Basel, Minerva Sangalliensis St. Gallen und der Industria Neocomensis SVIN Neuchâtel. Mit der Altzofingia verbindet uns eine langjährige Freundschaft mit traditionellem Zweifarbenstamm, jeweils Anfang April.

Es lebe die Industria!

Vivat - Crescat - Floreat
in den Farben Weiss-Rot-Grün

Hansruedi Beer v/o Hecht

Seit der Gründung ist vieles passiert...... 

1860    Herbst: Erste Gründung (Restaurant Kreuzstutz)
             Gründung des Schweizer Central-Vereins Industria (1860-1878)
             Sektionen: Aarau, Bern und Zürich
1861    28.2.: Aufnahme der Industria Luzern in den Central-Verein
             August: Auflösung der Industria auf Druck der Schulbehörden
1867    10. 2.: Zweite, offizielle Gründung (Restaurant Eintracht)
1868    Wiedereintritt in den Central-Verein
1869    SS: Erstmals Besuch der Sempacher Schlachtfeier
             WS: Einführung des Ehrenamtes des Fuchsmajors Auflösung
             des Central-Vereins Industria
1873    Suspension wegen Mitgliedermangels
1874    Rekonstituierung 2.10.: Erstmals offizielles Farbentragen in der
             Öffentlichkeit
1875    7.2.: Neugründung des Central-Vereins Sektionen: Bern,
             Lausanne, Zürich, Luzern, Winterthur
1878    Erstmals am Gymnasium Fuss gefasst
             10.11.: Auflösung des Central-Vereins
1881    Farbenverbot für alle Realschüler bis 1883
1884    9. und 10.8: Erster grosser Altindustrianerkommers im
             „Klösterli“ zu Malters
1886    Suspension wegen Mitgliedermangels
1891    Rekonstituierung
1893    13.11.: Einweihung des neuen Kantonsschulgebäudes
             WS: Erstmals Inaktive (während zwei Semestern nach
             Schulaustritt). Suspension bis Ostern 1894, weil am 7.12.
             (Vorabend von Maria Empfängnis) ein Kommers abgehalten
             wurde
1895    24.3: Malterser Affäre (Belästigung eines Geistlichen in Malters
             durch zwei Scheissfüchse der Industria, Suspension, Austritt
             aller Mitglieder aus der Schule, Aufhebung der Suspension)
1895    5.5.: Gründung des Altindustrianerverbandes (Restaurant
             Rosengarten) als Folge der Malterser Affäre
1897    Suspension bis 12.12. wegen allgemeiner Einführung grüner
             Mützen an der Realschule
1899    Einführung der hellgrünen Mütze
1901    Fahnenweihe (neue Fahne ersetzt die alte Zentralfahne)
1901    Gründung des Schweizer Central-Verbandes Industria
             Sektionen: Industria Bern und Aarau, Minerva Basel, St. Gallen
             und Winterthur, Technika Zürich, Industria Neuchâtel (1902)
1903    SS: Kündigung des Sempacher Vertrages durch die Industria
             (nach diesem Vertrag musste die Industria beim Einzug in
             Luzern stets am Schwanz marschieren)
             WS: Einführung der Fuchsenkasse. Streit mit der Semper
             Fidelis (wegen angeblicher Beleidigung eines St. V.-ers an der
             Weihnachtskneipe der Industria im „Falken" verlangte die
             Semper Fidelis Satisfaktion. Da sie diese nicht erhielt, erklärte
             sie die Industria im „moralischen Verschiss“)
1904    Vertrag Zofingia-Semper Fidelis zur Verhinderung des
             Wiedereintritts der Industria in den CC bis 1906. Störung der
             Sempacher Rede des Industrianerpräsidenten durch
             Bespritzen des Festhüttendaches mit Feuerspritzen
1905    9.10.: Beitritt zum Schweizer Central-Verband Industria
             18.11.: Gründung des Altherrenhockes (Restaurant Falken)
1906    Neuer Sempacher Vertrag (Industria im Vierjahresturnus
             zweimal in der Mitte und zweimal an letzter Stelle beim
             Einzug in Luzern)
1907    10.2.: Glanzvolles 40. Gründungsfest der Industria im Hotel
             Monopol (100 Anwesende)
             WS: Erste Statuten des Corporationen-Convents Luzern (CC),
             wonach nun auch die Industria zum Vorsitz kommt
1911    26.11.: Neue Statuten des Central-Verbandes Industria:
             Umbenennung in "Schweizer Kartell Industria“, Delegierten-
             Convent (DC) findet immer am Vortag des Sempachers in
             Luzern statt, Wahl eines Kartellsekretärs
1912    Kündigung des Sempacher Vertrages, weil die Industria am
             Gymnasium auftrat
1913    Ausgabe des Zentralorganes „Der Industrianer" ab 1. Januar
             SS: Anerkennung der vollen Gleichberechtigung der Industria
             mit den andern Verbindungen durch den Erziehungsrat
             WS: Neue CC-Statuten (volle Gleichberechtigung aller drei
             Verbindungen, jährlicher Wechsel der Führung, die
             Rangreihenfolge wird nun auch am Sempacher eingehalten,
             weshalb die Sempacher Verträge dahinfallen)
1914    23.5.: Vertrag zwischen AIV und Aktivitas (Regelung der
             gegenseitigen Rechte und Pflichten)
1915    SS: Die Industria ist erstmals führende CC-Verbindung.
             Josef Wey v/o Met spricht erstmals als Vertreter der
             Studentenschaft allein für den CC in Sempach (vorher
             sprachen immer Vertreter aller drei Verbindungen)
1918    Glanzvolles Jubiläum 50 Jahre Industria im Falkensaal. Das Fest
             wurde als Folge der Kriegswirren um ein Jahr verschoben.
             Immerhin noch fünf Gründermitglieder nahmen an der Feier
             teil. Da sämtliche Fuchsen die Aktivitas verlassen hatten,
             kümmerte sich der AIV um den Anlass. Da der erste Weltkrieg
             immer noch nicht vorbei war, verzichtete man auf einen
             Fackelumzug durch die Stadt.
1919    Am 28.6.1919 stellte sich 18 Aktive und Inaktive der
             Bürgerwehr der Stadt Luzern, einer zivilen bürgerlichen
             Selbsthilfeorganisation in jener unruhigen, von sozialer Unrast
             erfüllten Zeit, zur Verfügung.
1921    Durch die kleinen Klassenbestände – 5 Schüler an der
             Handelsdiplomklasse, zehn an der Maturaklasse der
             technischen Abteilung und ein einziger an der
             Handelsmaturaklasse – wurde es immer schwieriger, Aktive zu
             rekrutieren. Die Professoren sahen es lieber, wenn die Schüler
             in Sportvereinen aktiv waren.
1922    Eine Delegation der Industria nahm am Festumzug zum
             Eidgenössischen Schützenfest in Luzern teil.
1923    Im Wintersemester 1923 wurde die halbhohe
             Biedermeiermütze nach langen Diskussionen abgeschafft und
             durch das heute noch aktuelle Modell ersetzt.
1926    Im neuen Stammlokal in der Pfistern wurde der Affenleuchter
             eingeweiht, zwei Jahre später kamen die mit dem
             Verbindungswappen geschmückten Stühle dazu.
1927    Die einmal mehr akut gewordenen Spannungen zwischen der
             Semper Fidelis und der Zofingia zu einer vorübergehenden
             Aufhebung des CC.
1929    Von den Aktiven wurde der Beschluss gefasst, die                         
             Gründungskneipe in einen Tanzanlass umzuwandeln. Das war 
             aber ein einmaliger Fehltritt.
1930    Trotz grossem Widerstand seitens der Industria gab der             
             Erziehungsrat (!) seinen Segen zu den geänderten CC-Statuten, 
             die der Libertas erlaubten, als Gleichberechtigte aktiv zu
             werden.
1936    Eine eigentliche Wiedergeburt nach einer längeren
             Durststrecke kann gefeiert werden. 13 Studenten traten der
             Industria bei. Dabei wurden drei Grundsätze postuliert:
                      ·  Wiederherstellung des guten Rufes der Industria.
                      ·  Verbesserung des Verhältnisses zur Schule.
                      ·  der Couleurstudent ist kein Feind sportlicher Betätigung.
1937    Geburtsstunde des Industrianerschiessens. Alle Aktiven
             nahmen an einem Jungschützenkurs teil und belegten beim
             abschliessenden Wettschiessen gleich die ersten drei Ränge.
             An Weihnachten verstarb im Alter von 88 Jahren des letzte
             Gründungsmitglied, Emanuel Isler v/o Leder.
1938    Im SS erreichte die Industria mit 21 Aktiven und 4 Inaktiven
             einen quantitativen Höhepunkt, der fast nie mehr erreicht
             wurde.
1939    Beton lud zum Abschluss seiner Matura alle Aktiven inkl.
             Couleurdamen auf den Pilatus ein.
1942    Dank vielen Aktiven wurde das grosse Jubiläum 75 Jahre
             Industria zu einem grossen Erfolg, mit vielen prominenten
             Gästen.
1943    Die Vertreter der Industria besetzten alle Chargen im Kartell.
             Das war vorher schon einige Male der Fall und war auch in
             Zukunft fast normal. Zudem führte die Industria auch den CC.
1945    Rauschendes Fest zum Jubiläum 75 Jahre AIV im Balance.
1951    Der Wechsel des Stammlokals in das Restaurant Rotes Gatter
             im Hotel Balance war ein Fehlentscheid, unter dem vor allem
             die Aktiven litten, brach doch die Mitgliederzahl massiv ein.
             Zudem gingen viele Archivalien verloren.
1955    Das neue Stammlokal im Wirtshaus Schützenhaus konnte den
             Aktiven übergeben werden.
1957    In der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre fielen die Aktiven an
             verschiedenen Anlässen durch übermässigen Alkoholgenuss
             mit zum Teil verheerenden Folgen auf. Regelmässig wurden
             Protestkundgebungen durchgeführt, und Bussen wegen
             Nachtruhestörungen waren fast an der Tagesordnung. Immer
             wieder musste der AIV intervenieren.
1958    Die Gründung der Industria Technikum brachte Bewegung in
             das Verbindungsgeschehen.
1960    Auf Initiative des AIV wurde der Weihnachtskommers zu einem
             festlichen Anlass umfunktioniert und gleich bei der ersten
             Durchführung zu einem Erfolg.
1961    Zentralfest der AH-Verbände des Schweizer Kartells Industria
             in Luzern mit über 300 Aktiven und Altherren unter der
             Leitung des Kartellsekretärs Koks.
1964    Erste Durchführung eines Besenstamms. Dies war auch der
             Anlass, der zur Aufpolierung der Institution Couleurdame
             beitrug.
1967    Im Februar vereinigten sich 60 Aktive und Altherren im Fédéral
             zum 100. Gründungskommers.